Strompreisbremse: ab wann, für wen und wieviel Cent pro kWh?

Die anstehende Strompreisbremse 2023 zur Subventionierung der Preissteigerung auf dem Energiemarkt ist in aller Munde. Der Staat mit seiner verqueren Energiepolitik der letzten Jahre hat dafür gesorgt, dass die Strompreise seit 2021 nahezu explodiert sind. Hier finden Sie alle wichtigen Infos, die sowohl die Strompreisebremse als auch die Gaspreisbremse betreffen.

Strompreisbremse in Kürze

  • Strompreisbremse lohnt sich für private Verbraucher, die mehr als 40 Cent / kWh bezahlen
  • Strompreis (Arbeitspreis) wird gedeckelt auf max. 40 Cent je Kilowattstunde (kWh)
  • Deckelung gilt nur bis max. 80% des Stromverbrauches vom Vorjahr (2022)
  • Einsparung kann zwischen 1% bei 41 Cent/kWh bis zu 27% bei 60 Cent/kWh liegen
  • Preisbremse für Strom gilt rückwirkend zum 1. Januar 2023
  • Staatliche Energiehilfe läuft bis zum 30.04.2024
  • Stromversorger verrechnet die Gutschrift mit den monatlichen Vorauszahlungen
  • Zusätzlich Energie sparen lohnt sich, um am Ende des Jahres zusätzlich eine Erstattung zu bekommen

Ist die Strompreisbremse sinnvoll?

Prüfen Sie selbst über einen unabhängigen Stromvergleich, ob für die Strompreisebremse sinnvoll ist oder es besser ist, gleich den Stromanbieter zu wechseln. Wenn Sie im Ergebnis des Stromkostenrechners der Stromvergleichsportale Check24 oder Verivox Stromtarife mit einem Arbeitspreis unter 40 bis 45 Cent/kWh finden, dann lohnt sich ein Stromanbieter-Wechsel. Warum auch knapp über 40 Cent/kWh? Weil nur 80% des Stromverbrauchs vom Vorjahr in die Subventionierung mit einfliessen.

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Warum gibt es die Strompreisbremse?

Weil der aktuelle Strompreis im Januar 2023 bereits auf durchschnittlich 48,02 Cent pro Kilowattstunde gestiegen ist, hat die Bundesregierung eine Preisbremse für Strom und Gas ins Spiel gebraucht, um sowohl private Haushalte als auch Gewerbekunden mit hohen Stromverbräuchen bei energieintensiven Produktionen zu entlasten. Das heisst aber nicht, dass es in Kürze Grund zum Feiern gibt, denn die Strompreise werden weiteren hoch bleiben oder sogar steigen, sollte sich die Politik nicht grundsätzlich ändern. Nur die Erhöhung der Preise für Strom und Gas wird etwas abgebremst. Wie wie viel das ist, erklären wir im Folgenden.

Wie hoch ist die Strompreisbremse?

Strompreisbremse-2023

Die Strompreisbremse 2023 lässt den Stromzähler nicht langsamer laufen, sondern begrenzt den Strompreis auf maximal 40 Cent/kWh, jedoch nur für 80% des Vorjahresverbrauchs

Bei der Strompreisebremse ist eine staatliche Deckelung des Strompreises auf maximal 40 Cent je kWh geplant. Bei der Gaspreisbremse ist eine staatliche Deckelung des Gaspreises auf maximal 12 Cent je kWh geplant. Bei beiden Preisdeckeln gilt das Volumen jedoch nur für 80% des Strom- oder Gasverbrauchs des Vorjahres. Die Strom- und Gasbremse gilt jedoch nur für Verbraucher und Unternehmen, die nicht mehr als 30.000 kWh jährlich verbrauchen.

Die Höhe der Strompreisbremse orientiert sich an der Jahresverbrauchsprognose Ihres Netzbetreibers (nicht Stromanbieter) im September 2022. Dieser Wert wird dem neuen Anbieter automatisch bei einem neuen Stromvertrag übermittelt.

Angenommen Sie sind ein Paar und hatten in 2022 einen Stromverbrauch von 2.500 kWh. Für 80%, was 2.000 kWh entspricht, darf Ihnen der Stromversorger nicht mehr als 40 Cent pro Kilowattstunde berechnen. Ergeben in Summe 800 Euro Stromkosten pro Jahr. Für die restlichen 20%, also 500 kWh, kann der Strompreis aber deutlich höher sein, z.B. 80 Cent/kWh. Hinzu kämen zu den 800 Euro nochmals 400 Euro. Obwohl der teure Anteil des Stroms nur 20% ausmacht, würde dieser Anteil 30% der Kosten verursachen. Letztendlich sprechen wir hier von einem durchschnittlichen Strompreis von 48 Cent/kWh.

Der Strompreisdeckel sitzt also nicht fest, sondern locker auf dem Stromtopf, so dass auch in Zukunft zuverlässig mit weiter steigenden (überkochenden) Strompreisen zu rechnen ist.

Wichtig ist zu wissen, dass die Preisbremse nur für die variablen Kilowattstunden gilt, nicht jedoch für die fixe monatliche Grundgebühr.

Wie berechne ich die Strompreisbremse?

Wie sähe also bei der Strompreisbremse die monatliche Entlastung im Haushalt bei den Stromkosten aus? Das hängt davon ab, wie hoch aktuell dein Arbeitspreis pro Kilowattstunde und dein jährlicher Stromverbrauch ist. Die Einsparung kann zwischen von 0 Euro bis zu mehreren hundert Euros pro Jahr liegen, egal ob für Singles, Paare oder eine Familie mit einem Einfamilienhaus. Ausschlaggebend ist immer der Stromverbrauch pro Jahr und die Differenz zwischen dem aktuellen Arbeitspreis und den 40 Cent/kWh.

Strompreisbremse selbst berechnen:

  1. Aktuellen Strom- oder Gasvertrag prüfen, wie hoch der Arbeitspreis pro kWh ist
  2. Letzte Stromabrechnung prüfen, wie hoch der jährliche Stromverbrauch war
  3. Wie hoch wird Ihr Stromverbrauch im Jahr 2023 sein?
  4. Entlastung selbst kalkulieren, was Sie an Ersparnis erwartet

Angenommen, Sie habe einen Jahresverbrauch von 3.000 kWh und beim Stromanbieter aktuell einen Arbeitspreis von 55 Cent je kWh. So berechnen Sie die die Höhe der Subvention, die Ihnen aus der Strompreisbremse zusteht:

(0,55 kWh – 0,40 kWh) x (0,8 x 3.000 kWh) / 12 = Subvention

0,15 kWh x 2.400 kWh = 360 Euro Einsparung pro Jahr bzw. 30 Euro pro Monat

Ihr Stromversorger reduziert Ihren monatlichen Abschlag um genau diesen Betrag. Wenn Sie darüber hinaus dieses Jahr aufgrund von Stromsparen noch weniger Strom als geplant verbrauchen, erhalten Sie am Ende des Jahres mit der Endabrechnung vom Stromanbieter Geld zurück.

Wie hoch ist die monatliche oder jährliche Ersparnis durch die Strompreisbremse?

In dieser Tabelle haben wir Ihnen die jährliche Ersparnis durch die Strompreisbremse für einen Haushalt als Single, Paar, 3 Personen und Familie durchkalkuliert.
Strompreisbremse

Strompreisbremse nutzen oder besser Stromanbieter wechseln?

Die Strompreisbremse kann sich für Sie lohnen, wenn Sie aktuell mehr als 40 Cent pro kWh bezahlen. Wenn Sie über einen Stromvergleich über Stromvergleichsportale bei z.B. Check24 oder Verivox einen günstigeren Stromanbieter genau oder unter 40 Cent/kWh findest, dann lohnt sich für Sie der Stromanbieter-Wechsel in jedem Fall. Denn hier bezahlen Sie für 100% immer 40 Cent/kWh oder weniger.

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Wie bekomme ich das Geld aus der Strombremse?

Die gute Nachricht zu Beginn: Um die finanzielle Unterstützung aus der Strombremse zu erhalten benötigen Sie keine Formulare oder Anträge. Der Stromversorger verrechnet automatisch alle berechtigen Anforderung aus der Preisbremse mit dem monatlichen Stromabschlag.

Um überhaupt in den “Genuss” der subventionierten Strompreisbremse zu kommen, muss dein aktueller Stromtarif einen Arbeitspreis pro Kilowattstunde (kWh) von über 40 Cent aufweisen. Wenn du aktuell nur genau 40 Cent/kWh bezahlst, beziehst du schon sehr günstigen Strom und hast keinen Anspruch auf die Preisbremse, so jedenfalls die Meinung der Bundesregierung.

Ab wann gilt die Strom- und Gaspreisbremse?

Die Strom- und Gaspreisbremse gilt ab dem 01.01.2023, startet jedoch erst zum 01.03.2023. Die Preisbremsen gelten vorerst für das gesamte Jahr 2023 und bis zum April 2024.

Ist die Strompreisbremse für Deutschland die Lösung?

Mit der Strombremse tritt die Bundesregierung als Samariter der geplagten Stromkunden auf und verkauft die Strompreisbremse als Rettung zur Lösung aller Energieprobleme. Das ist leider ein Trugschluss, denn die Preisdeckelung für ein Produkt oder eine Dienstleistung führt noch lange nicht dazu, dass es mehr von diesem Produkt gibt. Denn der Hauptgrund für den steigenden Strompreis ist, dass die Kanäle für die günstige Stromerzeugung (Kernkraftwerke, Kohlekraftwerke, Gaskraftwerke) abgeschaltet wurden.

Des Weiteren ist es linke Tasche, rechte Tasche. Die Subventionen für die Strom- oder Gaspreisbremse werden aus Steuermitteln der gleichen Verbraucher bezahlt, die wiederum diese Gelder erhalten. Der Staat verschenkt nichts, sondern verteilt nur über neue ineffiziente Kanäle die erhalten Steuern.

Doch warum sind die Strompreise überhaupt derart stark gestiegen? Die unlogische Energiepolitik mit falschen Anreizen für die Stromproduzenten, eine falsche Struktur an der Strombörse mit hohen Referenzpreisen für unrentable Kraftwerke, die Abschaltung der effizienten Kernkraftwerke und Kohlekraftwerke sowie die absichtliche Kündigung der Gasverträge mit Russland sind die Hauptgründe. Der ebenfalls von der Bundesregierung verursachte und aktuell gegen die deutsche Bevölkerung unterstützte Ukraine-Krieg verursacht die Nato-Osterweiterung hat das Fass der hohen Strompreise zum überlaufen gebracht. Günstiges Gas zur Stromerzeugung war einmal.

Als Grund für die notwendige Strompreisbremse wird von der Bundesregierung vor allem der von Russland verursachte Angriffskrieg gegen die Ukraine begründet. Die deutsche Bundesregierung stellt aber nicht klar, dass genau diese Situation von ihr die letzten Jahre mit verursacht wurde.

Der Staat stellt für die Strom- und Gaspreisbremse in 2023/2024 ca. 200 Mrd. Euro aus hart von der Bevölkerung und den Unternehmen erarbeiteten Steuermitteln zur Verfügung, getragen aus dem  Wirtschaftsstabilisierungsfonds, ein vom Bund im Rahmen der ebenfalls vom Bund versachten Corona-Krise aufgesetzten Steuermittel-Topf zur Bekämpfung von bestimmten “Krisen”. Doch so einfach ist es nicht. Das Geld für die Strompreisbremse existiert aktuell nicht. Es wird durch die Regierung einfach per Kreditermächtigung erzeugt, sozusagen ein Kredit aufgenommen, der die zukünftigen Generationen belastet. Einfacher, kostengünstiger und Menschen-schonender wäre es, die Energiepolitik zu ändern, den Ukraine-Krieg zu beenden (Waffenlieferungen zu stoppen und Friedensverhandlungen zu starten) sowie die Gas-Pipelines wieder in Betrieb zu nehmen.

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